Running with Zucker is runnung with losers: 2014-2015

Ende 2013/Anfang 2014
Immobilie am Holzhafen in der Überseestadt
Perfekte Lage im Hafen, keine direkten Anwohner*innen. Konzepte, Finanz- und Raumpläne entwickelt. Architekt beauftragt. Mehrere Treffen mit der Initiative Stadtbremische Häfen (ISH), die anliegende Unternehmen vertritt. Große Sorge ist, dass durch die Ansiedlung von Kultur und Club-Betrieb ein Strukturwandel in Gang kommt, der die angestammten Industrien langfristig verdrängt. Wir sehen uns mit der ISH in einer “Allianz”, weil auch wir kein Interesse an nahe gelegen Wohngebieten haben und uns gegen Gentrifizierung und Verdrängung positionieren.

Briefe von verschiedenen, umliegenden Betrieben mit starken Bedenken (LKWs würden beschädigt, es gäbe nicht genug Parkplätze, Zigaretten wären Gefahrenquellen etc.). Brief des ISH-Anwaltes aus Hamburg (spezialisiert auf das Ein-/Klagen von öffentlichen Grundstücken)

⇒ gescheitert: eine eindeutig negative Stellungnahme des ISH-Anwalts – in dem eine Klage gegen unser Vorhaben angekündigt wird – hat die Baubehörde veranlasst, unsere Pläne und die damit verbundene Bebauungsplan-Änderung nicht weiter zu verfolgen. Derselbe ISH-Anwalt vertritt heute die Straßenverkehrsgenossenschaft eG (SVG) gegen uns – mit denselben juristisch am aussichtsreichsten Argumenten: Parkplätze, Verkehr, Brandgefahr. 

1. Februar 2014
Flashmob auf dem Marktplatz für die Immobilie am Holzhafen:
Wir wollen nicht mehr hören, dass doch lieber eine „seriöse“ Firma einzieht. Wir wollen endlich einen Raum, in dem wir aktiv sein können!”
“Wir haben uns an das Kulturressort gewendet und wurden mit dem Verweis auf die aktuelle Förderpolitik zum Wirtschaftsressort (Abteilung Kreativwirtschaft) geschickt”
Handout Demo
Artikel im Weser-Kurier

25. Februar 2014
Anfrage der SPD-Fraktion an den Senat der Stadt Bremen: “Wohin mit dem Zuckerwerk?”
 Antwort des Senats 

April 2014
Anmietung von ca. 1000m² in einem ehem. Produktionsgebäude der der Kellogg´s Company. Unsere Ateliers und Studios kommen dort unter, es gibt Lager- und Gemeinschaftsräume. Politik, Bauamt sowie verschiedene private Personen mit Geschäftsbeziehungen zu Kellogg’s, haben sich auch für eine Nutzung als Club eingesetzt.

⇒ Club-Nutzung gescheitert an Zustimmung von Kellogg’s. Kellogg’s ist auch Mitglied in der ISH (siehe Holzhafen)

Mai 2014
Anfrage an Immobilien Bremen (städtische Gesellschaft) bezüglich einer Immobilie im Doventorscontrescarpe.

⇒  gescheitert: Stadt hatte andere Pläne für die Nutzung. Wurde dann auch renoviert und neu bezogen.

Juni bis Oktober 2014
Immobilie am Brill
Prüfung einer privaten Immobilie am Brill. Aus Verzweiflung, eigentlich viel zu klein für eine Club-Nutzung. Trotzdem Ausarbeitung Nutzungskonzept und anfängliche Erstellung Finanzpläne. Beauftragung eines Architekten. Begehung mit Feuerwehr bezüglich Brandschutz. Bauvoranfrage gestellt.

⇒  gescheitert: Laut Bauamt ist eine “nachbarliche Zustimmung” nach §70 BremLBO nötig. Der Beirat Mitte schien sich zwar gegen die Notwendigkeit dieser Zustimmung ausgesprochen zu haben, konnte aber das Bauamt nicht umstimmen. Auf Nachfrage des Bauamtes hin hat sich ein benachbartes Hotel gegen uns als neue Mieter ausgesprochen. Obwohl dieses Hotel für ihren Neubau dem vorangegangenen Musikbetrieb in der Immobilie nebenan tolerieren musste, um eine Baugenehmigung zu bekommen. In die Bauplanung des Hotels ist entsprechender Lärmschutz integriert wurden. Aber dieses Agreement galt juristisch nur für den alten Musikbetrieb. Neue Betreiber = Agreement hinfällig.

18. November 2014
Wir sind erneut Thema in der Bürgerschaft. In der Fragestunde mit dem Titel “Zuckerwerk in Bremen erwünscht” (initiiert von der Fraktion der Grünen) sagt Wirtschafts-Staatsrat Heiner Heseler (SPD) unter anderem: “Wir [die WfB] haben insgesamt über 40 Standorte identifiziert (…)“.

Nein! Wir haben diese über 40 Standorte indentifiziert und geprüft! Die einzige Immobilie, die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich aktiv von Seiten der WfB vorgeschlagen worden war, ist ein Bunker in Bremen-Nord. Gleichzeitig hält die WfB ihre Leerstandslisten unter Verschluss.

Fun Fact: Heiner Heseler wird nach langjähriger Tätigkeit als Staatsrat im Wirtschaftsressort 2016 Geschäftsführer der Initiative Stadtbremische Häfen (ISH). 

Oktober bis Dezember 2014
Bahnmeisterei in der Überseestadt
Langer Leerstand. Wir haben nie eine Anfrage gestellt, weil uns die Pläne für den Umzug der Anbiethalle dorthin bekannt waren. Aufgrund dieses Zeitungsberichts dann doch eine Anfrage gestellt. Die Nachricht über das Platzen der Gespräche zwischen Anbiethalle und Stadt schienen sich aber nicht zu bewahrheiten, die Anbiethalle sollte in die Bahnmeisterei ziehen. Versuch eines Gespräches mit dem Betreiber der Anbiethalle über eine gemeinsame Nutzung der Immobilie verlief negativ. 

⇒ Ende der Geschichte: Wir haben es nicht geschafft, aber es gab noch diese kleine Performance

Ende 2014
Die vereinsinterne Future AG zur Suche nach einem neuen Zuhause für das Zucker löst sich nach drei Jahren, zu vielen Rückschlägen und zuviel unbezahlter Arbeit auf

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April 2015
Die WfB schlägt uns den Bunker an der Hans-Böckler-Straße vor!

Mai & Juni 2015
erste Begehung des Bunkers und Erstellung erster Nutzungs- und Raumkonzepte, Beginn Ausarbeitung Finanzierungskonzept 

13. Juli 2015
Im Koalitionsvertrag der neuen rot-grünen Landesregierung steht: “Immobilien Bremen und die WFB sollen noch 2015 über Standorte für das „Zuckerwerk“ und die „Klapstul“-Initiative abschließend entscheiden.” 

Juli 2015
WfB veranlasst bauliche Bestandsaufnahmen zum Bunker

August 2015
kleines Festival über mehrere Woche an der Ochtum in Bremen-Huchting. Wir haben eine Genehmigung, wir bauen, es kommen Hunderte Menschen an mehreren Tagen. Wir feiern ein Wochenende, zuerst schon recht laut, drehen dann auf Zimmerlautstärke und müssen schließlich ganz verschwinden. Die taz titelt: Kleingärtner verhindern Festival

September 2015
Nachfrage unserseits bei der WfB zu den Ergebnissen der Bestandsaufnahme

Oktober 2015
Begehung Bunker mit unserem Architekten, Beginn konkreterer Bauplanung (hier: Stand Anfang 2016) und Weiterführung Nutzungskonzept (hier: Kurzversion vom Februar 2017)

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KOMMT ZUM DEMO-RAVE AM 9. JUNI