Risikoanalyse

Natürlich werden wir alles tun, um den Kredit so schnell und so reibungslos wie möglich zu tilgen. Damit das kein leeres Versprechen bleibt haben wir verschiedene Szenarien durchgespielt, die beim Betrieb des Zuckers eintreten und den reibungslosen Ablauf der Kredittilgung beeinträchtigen könnten. Wir wollen euch zeigen, welche Maßnahmen wir bei den einzelnen Szenarien zunächst ergreifen könnten und was wir im worst case wohl oder übel machen würden, um die Kredittilgung nicht zu gefährden. 

Szenario 1:
Es kommt niemand zu unseren Veranstaltungen

Mögliche Gründe für ein Wegbleiben der Gäste sind:

  • unser Programm ist unattraktiv
  • Eintritts- und Getränkepreise sind zu hoch
  • der Großteil der Szene hat die Stadt verlassen
  • der Großteil der Szene ist zu alt

Dieses Szenario ist natürlich immer denkbar. Wir denken aber, dass es zumindest in absehbarer Zeit so nicht eintreten wird. Weil wir fest daran glauben, gemeinsam ein Kulturzentrum auf die Beine zu stellen, dass für alle und auch für Menschen außerhalb unserer Dunstkreise attraktiv ist.

Wenn die Gäste dann doch wegbleiben und wir die oben genannten Punkte (oder einen davon) als Ursache identifiziert haben, werden wir natürlich unser gesamtes Angebot genauer unter die Lupe nehmen und schauen, wie wir das Programm und unsere Preispolitik verändern können. Auch unsere Strukturen überdenken wir. Arbeiten wir mit zu starken Hierarchien? Sind die Hemmschwellen, bei uns mitzumachen, (vor allem für jüngere Menschen) zu groß? Wie können wir interne Konflikte vermeiden? Brauchen wir mehr Supervision, wenn sich ein Konflikt nicht lösen lässt? Sollte das alles nicht helfen, dann werden wir als worst case zunächst mal versuchen, die drei halben Stellen, die wir in der Veranstaltungsorganisation schaffen wollen, ausschließlich auf ehrenamtliche Arbeit umzustellen. Jobs an Tür und Tresen etc. bleiben davon unberührt.

 

Was ist, wenn nicht genügend Menschen Zeit für ehrenamtliche Arbeit haben (Szenario 2)?

Die Hauptverantwortlichen können den Laden nicht betreiben,

  • ohne zumindest ein kleines Einkommen dabei zu haben
  • ohne wenigstens ab und zu mal eine kleine Aufwandsentschädigung mitzunehmen
  • auch sonst finden sich wenige Menschen, die es sich leisten können, ehrenamtlich zu arbeiten, weil sie Vollzeit-Jobs oder viel Stress im Studium haben

Falls es zu dem oben beschriebenen Szenario kommt, würden wir im nächsten Schritt, im nächsten worst case, unseren Betrieb auf eine reine Vermietung der Veranstaltungsräume an externe Veranstaltungsgruppen und Eventmanager*innen umstellen. Wir betreiben dann die bloße Verwaltung der Räume reduzieren unseren Arbeitsaufwand auf ein Minimum. Damit sind wir natürlich schon weit entfernt von der Ursprungsidee eines selbstverwalteten Kulturzentrums, könnten aber mit den Mieteinnahmen die monatliche Kreditrate decken.

 

Und wenn niemand mehr unsere Räume mieten will (Szenario 3)?

Wir können unsere Räume nicht vermieten, weil

  • die Mietkonditionen nicht attraktiv und bei anderen Anbieter*innen viel besser sind
  • die Räumlichkeiten trotz vorhandener Infrastruktur für Partys oder Firmenevents nicht attraktiv sind
  • viele Crews und Unternehmen die Stadt verlassen haben

Wenn auch eine Änderung der Mietkonditionen keine Veränderung in diesem Fall bringt, würden wir überlegen, ob wir nicht die Art der Nutzung unserer Räumlichkeiten komplett ändern. Wir vermieten die Räume nur noch als Proberäume, Studios oder Lager und sind auch hier nur Verwalterin des Gebäudes mit einem geringen Arbeitsaufwand.

Spätestens jetzt sind wir in einem worst case angelangt, den wir für sehr unwahrscheinlich halten. Wir rechnen damit, dass wir, falls wir wirklich jemals an diesem Punkt ankommen, den Kredit schon so weit getilgt zu haben, dass wir die Restschuld gegenüber der Bank über den kompletten Verkauf des Bunkers tilgen können. Sollte das alles viel früher passieren – oder zum Beispiel in Bremen auch kein Bedarf mehr an Proberäumen, Studios und Lagerräumen bestehen – wäre es jetzt an der Zeit zu schauen, wie die Restschuld getilgt werden kann. Hier könnten dann auch eure Bürgschaften ins Spiel kommen.

 

Risikobewertung Szenarien 1 bis 3

Bei einem langsamen, stetig negativen Verlauf und nacheinander eintretenden worst-case-Szenarien denken wir, den Kredit mit einer Laufzeit 15 Jahren trotzdem tilgen zu können.

Bei einem zügigen, stetig negativen Verlauf würde eine Restschuld nach 10 Jahren Kredittilgung durch Verkauf/Zwangsversteigerung der Immobilie gedeckt werden (nach dem aktuellen Wertgutachten, ohne getätigte Investitionen durch Kredit und Fördermittel).

WIE LANGE IM BEST CASE??

Hauptverantwortliche scheiden plötzlich aus, weil

  • sie sich zeitlich nicht mehr in der Lage sehen, die Aufgaben zu meistern
  • weil sie krank werden
  • weil es Konflikte im Team gibt

Um eine schnelle Einarbeitung neuer Mitarbeiter*innen zu gewährleisten, sind geringe Wissenshierarchien (nicht nur eine Person hat das Wissen über ein Thema) und eine gute Dokumentation der Arbeitsabläufe vonnöten, um eine schnelle Einarbeitung zu gewährleisten. Ggf. schreiben wir auch eine Stelle aus. Um Konflikten vorzubeugen, arbeiten wir stets an einer funktionierenden und transparenten Kommunikation und suchen uns ggf Hilfe durch Supervisionen und Methoden des Konfliktmanagements.

Sollten wir die oben beschriebenen Maßnahmen ernst nehmen und beherzigen und sollten auch die anderen Szenarien erstmal nicht eintreten, so können wir die Folgen dieses Szenarios gut auffangen. Es stellt aus unserer Sicht damit keine existenzielle Bedrohung unseres Projekts dar.

Eintrittswahrscheinlichkeit

Sehr häufig        
Wahrscheinlich        
Gelegentlich        
Vorstellbar   ___Szenario 5    Szenario 1 + 2 __   Szenario 3
Unwahrscheinlich        
Unvorstellbar        
  Unbeachtlich Gerinfügig Gefährlich Existenzgefährdend

Schadensausmaß

Akzeptabler Bereich
ALARP-Bereich
Inakzeptabler Bereich