Eine Hüpfburg aus Beton: 2016 bis heute

ab Anfang 2016
Bauplanung, Finanzplanung, Gespräche mit Ämtern, Parteien, Banken, Stiftungen, Architekt*innen zum einem möglichem Kauf und Umbau des Bunkers an der Hans-Böckler-Straße.

März 2016
erneut Bekundung unseres Kaufinteresses gegenüber der WfB

1. Juni 2016
von uns initiierter Gesprächstermin mit der benachbarten Straßenverkehrs-Genossenschaft eG (SVG). Wir unterbreiten detaillierte Vorschläge zu den im Vorfeld geäußerten Bedenken bezüglichen unseres Vorhabens und zeigen Verständnis für die vorgetragenen Einwände. Auf unsere Vorschläge wird nicht eingegangen. Auch ein Kaufinteresse der SVG am Bunker, das angeblich schon seit 10 Jahren besteht und später öffentlich kommuniziert wird, wird in diesem Treffen nicht angesprochen. Gedächtnisprotokoll zum Treffens

Mitte 2016
erste konkrete Gesprächstermine mit dem Bauamt bezüglich unseres Bauvorhabens

Juli 2016
Meilenstein! Wir treffen uns mit der GLS Bank in Hamburg. Das Gespräch verläuft äußerst positiv und angenehm. Die Bank kann sich sehr gut vorstellen, unser Vorhaben mit einem Kredit bis zu 500.000€ zu unterstützen! Wir bekommen von der Bank eine schriftliche unverbindliche Kreditbereitschaftserklärung. Damit können wir nun endlich in die konkreteren Planungen einsteigen. Für den endgültigen Abschluss des Kreditvertrags benötigt die Bank weitere Unterlagen. Vor allem müssen wir es schaffen die Kosten für die Bauphase so genau wie möglich zu kalkulieren. Wir steigen ein in Gespräche mit Firmen und Fachmenschen bezüglich Strom, Lüftung, Dach und Fahrstuhl.

Juli 2016
Parkplatz-Sharing mit der benachbarten Musikszene e.V.
Die Bremer Stellplatzverordnung besagt, dass für für Versammlungsstätten, Gaststätten eine bestimmte Anzahl von Auto- und Fahrradstellplätzen zu stellen sind. Die Stellplätze müssen eingetragen sein oder abgelöst werden, was viele Projekte ohne viel Kohle im Keim erstickt. In Gesprächen mit dem Bauamt hat sich für uns die Möglichkeit herausgestellt, Parkplätze mit Nachbar*innen zu teilen, wenn verschiedene Betriebszeiten vorliegen. Wir haben beim benachbarten Musikszene e.V. (Proberäume im Alten Zollamt) angefragt, ob sie sich ein solches Parkplatz-Sharing mit uns vorstellen können. Von den Nutzungszeiten her würden wir uns ja kaum in die Quere kommen. Die Musikszene e.V. gibt uns “in freudiger Erwartung der baldigen Nachbarschaft” schriftlich, dass wir ihre Parkplätze natürlich mitbenutzen dürfen. Mit diesem Schreiben gehen wir in Gespräche mit der WfB (die Eigentümerin des Musikszene-Grundstücks ist), um die Eintragung der sogenannten Dienstbarkeit, die es braucht um die Stellplätze langfristig sicher zu haben, zu klären. Die Gespräche sind bis heute ergebnislos.

2. August 2016
Gründung Zucker e.V.
Wir gründen den Verein Zucker e.V., um uns mit diesem fortan ausschließlich auf das große Bunker-Projekt zu konzentrieren. Der Verein Zuckerwerk e.V. ist weiterhin für die Verwaltung der Ateliers und Lagerräume bei Kellog’s zuständig

10. Dezember
Wir starten ein Crowdfunding, das bis zum 15. Januar 2017 läuft. Wir sind überwältigt von der Reaktion! Im Vorfeld haben über 50 Kollektive und Personen uns ein “Dankeschön” als Spende zur Verfügung gestellt, das wir im Rahmen des Crowdfundings verkaufen. Unser  Video zur Aktion sehen auf Facebook knapp 150.000 Menschen. Innerhalb von 24 Stunden haben wir 10.000€ gesammelt, innerhalb von vier Tagen unser 1. Fundingziel von 25.000€ erreicht. Am Ende werden es 60.000€ von knapp 1.200 Zupporter*innen. Mit dieser Summe sind wir der Voll-Finanzierung des Bunkers einen großen Schritt näher gekommen.

22. Dezember 2017
In einem Beitrag für buten und binnen erklärt die SVG erstmals öffentlich, dass sie sich von der Stadt bei ihrem eigenen Kauf-Interesse am Bunker übergangen sieht und nennt unser Projekt “unausgegoren”. Der Klagewille der SVG wird immer deutlicher.

14. Februar 2017
Wir legen der Stadt ein Sicherheits- und Mobilitätskonzept vor, in dem wir noch einmal auf die Bedenken der Anrainer*innen eingehen und unsere Lösungsvorschläge präsentieren.

16. Februar 2017
Beschluss Beirat Walle
Wir sind zu Gast im Beirat Walle und stellen unser Projekt vor. Der Raum ist mit knapp 100 Menschen rappelvoll. Darunter sind auch viele ältere Waller Bürger*innen, die sich für den Bunker als belebendes kulturelles Projekt in ihrem Stadtteil aussprechen und während der Sitzung das Wort ergreifen. Auch Vertreter der SVG sind da und äußern erneut ihre Bedenken. Bedenken  äußert auch das AfD-Mitglied im Beirat Gerald Höns, der den Bunker angeblich selbst kaufen will und der auch in der Zukunft immer wieder gegen uns agitiert. Der Waller Beirat “begrüßt grundsätzlich den Standort Hochbunker an der Hans-Böckler-Straße” am Ende einstimmig bei zwei Enthaltungen.

Bericht Weser-Kurier
Bericht Nordbuzz

16. März 2017
Nach der Beirats-Sitzung unterbreiten wir der SVG erneut ein Gesprächsangebot. Das Schreiben bleibt unbeantwortet. 

4. April 2017
Wir sind erneut Thema in der Bürgerschaft. Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf, umgehend den Bebauungsplan zu unseren Gunsten zu ändern. WfB und Immobilien Bremen sind parallel aufgefordert, eine Übergangslösung für uns zu finden. Der Antrag wird von allen Parteien mit Enthaltung der CDU-Fraktion angenommen.

⇒ Der Bebauungsplan muss geändert werden, damit der Bunker rechtssicher an uns vergeben werden kann. Diese langwierige Maßnahme ist nötig geworden, seit die SVG ihre Klage signalisiert hat. So oder so hätte der Prozess aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt pro-aktiv von der Baubehörde angestoßen werden können – die politischen Bekenntnisse zu unserem Projekt sind ja mittlerweile eindeutig. Wir müssen allerspätestens an diesem Punkt feststellen, dass die zum Crowdfunding geplante Eröffnung im Spätsommer 2017 nicht stattfinden wird und kommunizieren das an alle. Wir bekommen nicht eine einzige Rückforderung, stattdessen viele Zupport-Bekundungen. 

Sommer 2017
Höftschwung
Weil ein Investor für das Lankenauer Höft in Bremen-Woltmershausen sehr kurzfristig abgesprungen ist und gleichzeitig politisch eine Übergangslösung für die Immobilie beschlossen ist, verbringen wir einen Sommer an einer wunderschönen Landzunge in der Weser. Lassen uns auf das Projekt ein, schreiben ein Konzept, obwohl wir eigentlich keinen Bock mehr auf Zwischennutzungen haben und da wir eh in Sachen Bunker gerade nichts machen können. Und: wir kommen dort endlich mal wieder als Netzwerk zusammen und können unsere Arbeit machen – wenn auch ohne langfristige Perspektive. Von Anfang an sind wir den Anfeindungen wortgewaltiger Wutbürger*innen im Stadtteil ausgesetzt. Wir verlassen den Ort Ende September mit gemischten Gefühlen und einer Stellungnahme.

16. November 2017
Treffen beim Senator für Arbeit, Wirtschaft und Häfen (SWAH) zur Umsetzung des Beschlusses der Bremischen Bürgerschaft vom 4. April 2017: “Auf zu neuen Ufern – Verein Zuckerwerk dauerhaft im alten Hochbunker in der Überseestadt etablieren” mit Vertreter*innen und Beteiligten aus allen Ressorts

November/Dezember 2017
Papageienhaus an der Hochstraße

Yey, eine weitere Zwischennutzungslösung für uns am Horizont. Diesmal hauptsächlich für unsere Ateliers, die nach der Kellog’s-Pleite zum Jahresende rausmüssen. Konzepte- und Finanzierungspläne werden erstellt. Wir stellen das Projekt im Beirat Mitte vor, der spricht sich dafür aus. Das Bauresort sagt öffentlich eine Lösung zu, bis heute nix passiert, wir sind nicht drin. Die Ateliers sind zur Hälfte übrigens weiter bei Kellog’s. Nachdem dort schon fast alles eingepackt war kam kurz vor Silvester 2017 doch die Nachricht, dass die Ateliers nun doch noch länger genutzt werden können – eine Etage fällt jedoch weg.

Februar 2018
erneutes Treffen mit der GLS-Bank und nun verbindliche Zusage für einen Kredit. Jetzt über 600.000€, die Kosten haben sich allein schon durch die Verzögerungen mittlerweile erhöht. 

9. Mai 2018
Meilenstein 1: nach üblichen knapp einjährigen Prozess beschließt die Baudepuation die Änderung des Bebauungsplans des Bunker-Grundstücks. Dies bedeutet für uns, dass wir nun den Bauantrag stellen können. Solange wir aber von Klagen ausgehen müssen, bleibt die eine unsichere Nummer. 

29. Mai 2018 
Meilenstein 2: nachdem der Termin mehrfach verschoben wurde, beschließt der Senat die Direktvergabe des Bunkers an uns unter der Bedingung der Beseitigung baurechtlicher Probleme. 

Juni 2018

  • Die SVG ist von ihrem Klagewillen nicht abgerückt und hat den selben Anwalt beauftragt, der schon 2014 die ISH gegen uns vertreten hat. Die Klage kann das gesamte Projekt immer noch zum Kippen bringen.
  • Für die Lösung der Stellplatz-Problematik sind wir nun auf die aktive Hilfe und Mitarbeit der WfB angewiesen 
  • Die Handelskammer (IHK) hat sich innerhalb der “Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange” im Zuge der Aufstellung des neuen Bebauungsplanes, an die Seite der SVG gestellt.
  • Die Kulturbehörde hat sich seit unserem Antrag 2011 nicht mehr zum Geschehen geäußert 

Wir werden alles dafür tun, dass wir nicht schon wieder scheitern! Sechs Jahre sind mehr als genug!

KOMMT ZUM DEMO-RAVE AM 9. JUNI

Dies noch: Trotz aller Widrigkeiten hatten wir in all den Jahren Einzelpersonen in den Ressorts und Parteien, die sich für unsere Sache eingesetzt haben. Bei diesen möchten wir uns herzlich bedanken!