Die Zwischennutzung am Lankenauer Höft

Statement des Zucker e.V. zum Ende der Zwischennutzung am Lankenauer Höft im Sommer 2017

Lankenauer Höft in Rosa gehüllt
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Das Zucker Netzwerk hat für seine letzte Veranstaltung am Samstag, den 30. September das Restaurant am Lankenauer Höft in rosa Folie gehüllt. Dies ist unsere Reaktion auf diesen wechselhaften Sommer in Woltmershausen. Es ist eine Rückaneignung und Umcodierung von Diffamierungen und Hetze gegen uns. Denn unsere Zwischennutzung wurde von außen als „Rosa Flora“ tituliert, ein Begriff, der es bis in den Weser Kurier geschafft hat (Artikel: „Knatsch am Höft“ vom 21.07.17). Im Juli, also zu einer Zeit, in der die Rote Flora in Hamburg als ein Hort von gewalttätigen Chaot*innen in den Medien diffamiert wurde. In diesem Kontext können wir davon ausgehen, dass auch die Betitelung als „Rosa Flora“ im Sinne eines Ortes „homosexueller Randalierer*innen“ uns als Kollektiv und unsere Kulturarbeit in eine negatives Licht setzen soll. So what? Herabsetzender Begriffe anzunehmen und ins positive umzudeuten ist nicht nur den Homosexuellen unter uns eine geläufige Technik. Und nun tun wir also genau das: Wir sind die Rosa Flora!
Proud n loud!

Ein Akt der Selbstermächtigung. Unsere Antwort auf den starken Gegenwind, den wir von einigen vor Ort zu spüren bekamen: in Kommentarspalten, auf Facebookseiten, in kruden Blogs, im Beirat und per Afd-Bürgerschaftsanfrage. Wir nehmen es sportlich: Wenn wir den Hetzer*innen diese Mühe wert sind, scheinen wir ja irgendetwas richtig gemacht zu haben mit unserer Arbeit und klaren Haltung gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus. Wir stehen für solidarisches Handeln ein, das mit Deutschtümelei nicht zu vereinbaren ist.

Wir fordern den Kauf des Bunkers an der Hans-Böckler-Straße!!

Und so schön die Sonnenuntergänge am Lankenauer Höft auch waren: Unsere Situation ist nach wie vor prekär. Wir haben es weiterhin satt, in Zwischennutzungen zu sitzen, ohne Planungssicherheit, ohne Chance auf nachhaltiges Arbeiten. Das Konzept der Zwischennutzung mag für andere prima sein, um sich auszuprobieren. Für uns ist es derzeit schlicht der einzige Weg, überhaupt an einen physischen Raum zu kommen. Deswegen fordern wir nochmals mit Nachdruck, uns den Kauf des Bunkers an der Hans-Böckler-Straße möglichst rechtssicher und zeitnah zu ermöglichen! Fünf Jahre voller Immobilienbegehungen, Finanzplänen, Gesprächen mit Politik, Verwaltung und Gegner*innen sind genug! Nachdem die VollFinanzierung seit langem stehen und die Bauplanungen abgeschlossen sind, ist es jetzt an der Zeit, dass Politik, Verwaltung und stadteigene GmbHs das Nötige tun, um uns einen festen, sicheren Raum zu ermöglichen!

Denn auch wir haben ein Recht auf Stadt!